Unfallrisiko Dunkelheit

Unfallrisiko Dunkelheit

Foto: Pixabay

In seiner Moritat von Mackie Messer beschreibt Bertold Brecht wohl ungewollt, aber höchst präzise die Probleme von Fußgängern während der dunkleren Jahreszeiten: „Die im Dunkeln sieht man nicht“. Statistische Daten belegen, im Herbst und Winter verunglücken anteilig mehr Fußgänger im Straßenverkehr als im Frühjahr oder Sommer. Für Matthias Strixner von TÜV SÜD ist ganz klar: „Das Unfallrisiko Dunkelheit wird immer wieder von vielen Verkehrsteilnehmern unterschätzt.“

Bei einer Gefahrbremsung beträgt der Anhalteweg eines Autos nach gängiger Faustregel bei Tempo 50 rund 28 Meter. „Somit kann das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, wenn der Passant erst zu spät erkannt wird“, schildert der TÜV SÜD- Fachmann die Gefahrensituation. Trägt allerdings ein Fußgänger Kleidung mit reflektierenden Materialien, verbessert sich seine Sichtbarkeit auf bis zu 140 Meter.

Kleidung oder Taschen mit reflektierenden Materialien sind daher für Kinder wie Erwachsene ein echter Sicherheitsgewinn in der Dunkelheit – getreu dem Motto „sehen und gesehen werden“. Sie werfen Scheinwerferlicht zurück und erhöhen die Erkennbarkeit. „Sicherheitszubehör und Kleidung aus so genanntem retroreflektierendem Material erkennen Verbraucher an der Bezeichnung DIN EN 17353. Leuchtflächen auf Schultaschen tragen das Kennzeichen DIN 58124“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann.

Auf eine gute Sichtbarkeit kommt es ebenfalls bei Fahrradfahrern an. Hier kann zum Beispiel eine über der Kleidung getragene Sicherheits- oder handelsübliche Warnweste die Sicherheit deutlich erhöhen. Die Weste sollte die Norm EN ISO 20471 erfüllen. „Radfahrer sollten zudem die Beleuchtung am Fahrrad überprüfen“, legt ihnen Strixner ans Herz: „Sind alle Reflektoren vorhanden und der Rest der Beleuchtung funktionsbereit?“ Autofahrer können zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in den dunkleren Jahreszeiten beitragen, indem sie ihre Fahrweise den Sichtverhältnissen anpassen und entsprechend langsamer unterwegs sind.

Wichtig: Vor Fahrtbeginn sollte man als Autofahrer für eine gute Rundumsicht sorgen und alle vereisten Fensterscheiben auf jeden Fall vollständig freikratzen. Ebenso solle man beschlagenen Scheiben zu Leibe rücken. „Eine kleine Sichtluke“, warnt der TÜV SÜD-Fachmann, „schafft nur ein sehr beengtes Sichtfeld oder vergrößert in Kurven das Risiko des toten Winkels. Ein ausreichendes Sichtfeld ist unter diesen Umständen keineswegs gegeben.“

Grundsätzlich gilt für Auto- und Motorradfahrer, dass größerer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und eine den schlechteren Sichtverhältnissen angepasste Geschwindigkeit wichtig sind. Herbstlaub und Regen verwandeln die Straße in eine Rutschbahn mit verlängertem Bremsweg. Erhöhte Glättegefahr durch Nachtfrost besteht in den frühen Morgenstunden besonders auf und unter Brücken sowie auf schattigen Abschnitten muss mit überfrierender Nässe gerechnet werden.

Quelle: TÜV Süd Presse


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