Donnerstag, 26. Februar 2026

Kamera-Auge statt Sichtkontrolle: Automatische Oberflächenflächeninspektion (AOI) im Karosseriebau

by Admin

Dingolfing. Mit innovativer Technik zu schnelleren Durchlaufzeiten, mehr Effizienz und Qualität: Im BMW Group Werk Dingolfing kommt seit diesem Jahr eine automatisierte Oberflächeninspektion auch von unlackierten Rohkarosserien zum Einsatz. Die Einführung des neuen Verfahrens im regulären Serienprozess ist Höhepunkt und Abschluss eines größeren Strukturprojekts. Das Werk investierte in den vergangenen zwei Jahren rund zehn Millionen Euro, um den Finish-Bereich seines Karosseriebaus zu konsolidieren und den Prozess der Komplettierung und Prüfung der Rohkarosserien zu optimieren.

Der Flächenbedarf und die Durchlaufzeit reduzieren sich in den neuen Strukturen um jeweils rund ein Drittel. Werkleiter Christoph Schröder: „Wir setzen damit die BMW iFACTORY konsequent um und nutzen die Potenziale der Digitalisierung, um noch effizienter zu werden und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Werks weiter zu stärken.“

Innovatives Verfahren erstmals im Karosseriebau im Einsatz

Die Automatische Oberflächeninspektion mittels Roboter kommt schon in vielen Lackierereien der BMW Group zum Einsatz – so auch in Dingolfing. Dabei identifiziert das System abweichende Merkmale mittels sogenannter Deflektometrie. Das heißt: Während große Monitore schwarz-weiße Streifenmuster auf die Fahrzeugoberfläche projizieren, scannen Kameras dieselbe ab und erkennen durch Verschiebungen im Streifenmuster auch kleinste Veränderungen im spiegelnden Lack. Wie ein perfekt geschultes Auge registriert die Kamera etwaige vom Ideal abweichenden Stellen und übermittelt sie direkt ins angeschlossene Computersystem.

„Die Herausforderung war es, solch ein System auch bei weniger gut reflektierenden, matten Oberflächen umzusetzen – wie den unlackierten und geschliffenen Blechteilen einer Rohkarosserie“, erklärt Produktionsspezialist Daniel-Stephan Illig. Dies ist den Expertinnen und Experten der BMW Group jetzt gemeinsam mit Lieferanten gelungen.
Die Vorteile sind vielfältig: Durch die automatisierte Oberflächeninspektion an den vier Finish-Bändern wird zum einen konstant hohe Qualität sichergestellt und die Rückverfolgbarkeit von Oberflächenabweichungen leichter möglich. „Zum anderen“, so Illig, „übernehmen unsere hoch qualifizierten und erfahrenen Karosseriebauer, die bis dato die Karosserien kontrolliert haben, nun wertschöpfendere Tätigkeiten – was gerade vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels unerlässlich ist.“ Ferner reduziert sich der Verbrauch von Material wie Schleifsteine und Handschuhe erheblich. Und so Illig: „Wir stellen sicher, dass künftig jedes aktuelle und neue Modell in diesen neuen, effizienter gestalteten Prozess integriert werden kann.“

Quelle: BMW Pressclub Deutschland

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